Aufbruchstimmung bei der Bundesliga – einschneidende
Veränderungen geplant
Mitte März fand erstmals an einem Wochenende eine Tagung der Bundesligavereine in Mönchengladbach statt. Erstaunlicherweise ist bisher wenig von der hoch interessanten Tagung an die Öffentlichkeit gedrungen, obwohl das eigentlich längst hätte geschehen sollen.
Kurz zusammengefasst sind vor allem zwei Aspekte von Bedeutung:
1) Konzept einer veränderten Bundesliga
Michael Hilgers stellte das Konzept einer Arbeitsgruppe vor: Den WM-Schub nutzen – die Hockeyliga weiterentwickeln. Geplant sind schon ab der Saison 2007-2008 Regeländerungen, Pflichten aller Bundesligisten, Änderung des Ligasystem. Warum dieses Konzept der breiten Öffentlichkeit bisher vorenthalten wurde, bleibt rätselhaft. Denn es enthält einige interessante und gute Vorschläge. Zunächst soll dieses Konzept in der 1. Liga Herren durchgeführt werden, aber auch die anderen Bundesligen zeigten großes Interesse.
Hier die geplanten Änderungen:
Abschaffung des Unentschieden
Einführung des Penalty Shoot-Out
Einführung des 3/2/1-Punkte-Systems
Einführung Auszeit
Klare Regelanzeigen durch Schiris
Wechselfrist 1.4. fällt ersatzlos weg
Einführung ab 1.8.2007
Änderung Ligasystem
12 Bundesligisten spielen vor der Winterpause
einfache Runde
Play-Off-Phase mit Viertelfinale der ersten
Acht mit ‚best of three’
Abstiegsrunde 9-12 mit Hin- und Rückspiel
Viertelfinal-Sieger spielen Modus jeder
gegen jeden
Letztes Gruppenspiel am Finalwochenende
auf neutralem Boden
Fest des deutschen Hockeys statt Endrunde
mit allen acht Mannschaften
Auch die geplanten Pflichten haben es in sich, u.a. eine offizielle Spieluhr mit Anzeigetafel (elektronisch). Da die Zeit drängt und lt. Michael Hilgers die Entscheidungen bis Ende Mai getroffen werden müssen, bleibt die Frage, warum nicht schon längst das Konzept öffentlich und im Netz vorgestellt wurde, damit eine breitere Diskussion zu den gewünschten Ergebnissen führt.
2) IG Bundesliga – bessere Vertretung der
Bundesligavereine
Grosse Unzufriedenheit gibt es über die Mitspracherechte der Bundesliga. Scharf kritisiert wurde, dass im Bundesligaausschuss die Vereine keine Mehrheit haben. Hinterfragt wurde auch, warum dort zwei Vertreter der DHA sitzen. Auch dass der Vorstand Bundesliga vom Präsidium bestellt und nicht von den Vereinen gewählt wird, wurde kritisiert. Die Bundesligavereine wagten daher einen Blick über den Zaun. Der Geschäftsführer der Volleyball-Bundesliga, Thorsten Endres, hielt einen hervorragenden Vortrag über die IG Bundesliga im Volleyball. Auch dort war es ein langer Kampf von fast 5 Jahren, bis die Bundesliga selbstständig wurde. Während die IG Bundesliga im Hockey noch ein Zukunftsprojekt ist, will man kurzfristig die Bundesligavereinsvertreter-versammlung aufwerten – per Geschäftsordnung (ähnlich wie im Volleyball) und per Antrag auf dem Bundestag 2009. Und schon am 11. Mai, am Vorabend des Bundestages, wollen sich die Bundesligen getrennt treffen, um weitere Schritte und Veränderungen zu beraten. Bis dahin soll auch die Geschäftsordnung für die Bundesligaversammlung vorliegen und turnusmässig soll die jährliche Versammlung schon am 1./2. September stattfinden. Da könnte es spannend werden.
Dementsprechend zufrieden waren auch die Sprecher der Bundesliga, Hella Kämper, Horst Stralkowski und Stefan Zipter. Vor allem für die Hauptorganisatorin der Versammlung, Hella Kämper, hatte sich der ganze Aufwand am Ende gelohnt, denn sie hatte vor der Versammlung mit ihrem Rücktritt gedroht, falls sich nicht endlich etwas bewegt.
Kay Milner
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